Es ist durch eine Verbraucherstudie und nicht zuletzt der Meinungsmache von Hollywood erwiesen, dass die meisten Herrenuhren nicht von Geschäftsmännern gekauft werden, sondern von einer ganz anderen Klientel.
Herrenuhren, ebenso wie teure Manschettenknöpfe und sonstige Accessoires, die jeden Geldbeutel eines normalen Angestellten sprengen würden, sind nachgewiesenermaßen fast immer dazu eingekauft worden, um das Image schwächer gestellter Personen und Geschäftsmänner stärker aussehen zu lassen als es ist.
Um also den Eindruck zu erhalten, dass eine Firma immer noch an der Spitze der Bilanzen steht, sorgen die Manager und Vorstandsvorsitzenden immer dafür, dass sie selbst und ihre Angestellten tadellos auftreten und nach viel Geld aussehen, ironischerweise ist es das was in unserer Wirtschaftswelt am meisten zählt – das Image. Mit den richtigen Herrenuhren, Schuhen und einem maßgeschneiderten Anzug, ist gleich eine viel bessere Verhandlungsbasis gegeben weil der Geschäftspartner ein ganz anderes Bild von seinem Gegenüber im Kopf hat, und sogar Schwächen in der Präsentation übersehen wird, zumindest in den meisten Fällen.
Das Budget, um sich solche Imagemacher leisten zu können, muss allerdings auch erstmals verdient werden. Die Luxus Herrenuhren, Anzüge und alles was der Mann von Welt heute noch so braucht, kostet gut und gerne mal ein paar tausend Euro, die nicht eben mal aus der Portokasse aufgebracht werden können.
Wovor auch alle Firmen der Uhrenbranche eindringlich warnen ist zu preiswerten, aber illegalen Fälschungen zu greifen. Herrenuhren zu tragen, bei denen einfach nur das Handgelenk grün wird, weil das Gold eine Fälschung ist, ist hier nur das kleinste wenn auch peinlichste Übel. Ein Plagiat zu tragen kann zu weitaus Schlimmerem führen als nur grüne Haut.
Gefängnis, Verurteilung, Schadensersatz können dem eigenen Image und dem der Firma einen Todesstoß versetzen, wie es eine Pleite oder leere Auftragsbücher niemals geschafft hätten. Darum ist beim Einkauf von Herrenuhren immer wichtig, wo und zu welchem Preis eingekauft wird. Um die Nobelboutique in der Bahnhofsstraße führt kein Weg herum, und Schnäppchen oder Wühltische gibt es dort niemals.
